Moin ihr Lieben,
kennt ihr das? Du wachst auf, die Sonne scheint, du schmiedest Pläne – und zehn Minuten später peitscht dir der Hamburger Hagel waagerecht ins Gesicht. Der April macht halt, was er will. Und mal ehrlich: Unser Leben fühlt sich oft ganz ähnlich an. Ein ständiger Wechsel aus Hochgefühlen, stressigen Deadlines und Momenten, in denen uns einfach alles über den Kopf wächst.
Diesen Monat widmen wir uns im Mattenplatz einem Thema, das genau hier ansetzt: Gleichmut.
In der Yoga-Philosophie wird das oft als Upekkha bezeichnet. Aber keine Sorge, wir bleiben bodenständig. Gleichmut bedeutet nämlich nicht, dass dir alles egal ist oder du zur gefühllosen Statue wirst. Ganz im Gegenteil.
Gleichmut ist die Fähigkeit, alles zu fühlen – ohne davon umgepustet zu werden.
Es ist wie ein innerer Anker. Wenn es draußen stürmt, hält die Kette. Du nimmst den Regen wahr, du spürst den Wind, aber du entscheidest selbst, ob du deshalb gleich das ganze Schiff verlässt. Wir üben, nicht mehr sofort auf jeden Reiz im Außen zu reagieren, sondern erst einmal tief durchzuatmen und bewusst zu wählen: Bleibe ich ruhig oder lasse ich mich vom Chaos mitreißen?
Was das für unsere Praxis im April bedeutet:
Auf der Matte werden wir diesen Monat ganz praktisch. Gleichmut ist nämlich Muskeltraining für den Geist:
- In der Haltung bleiben: Wenn es in der Asana wackelt oder die Oberschenkel brennen, üben wir, nicht sofort innerlich zu fluchen, sondern stabil zu bleiben.
- Beobachten statt Bewerten: Wir schauen uns unsere Gedanken an wie die Wolken über der Alster. Sie ziehen vorbei. Wir müssen nicht auf jede aufspringen.
- Die Mitte finden: Wir suchen die Stabilität nicht durch starre Kontrolle, sondern durch Vertrauen in den eigenen Atem.
Gleichmut ist nicht das Ende deiner Emotionen. Es ist ihre Integration. Du darfst schwanken, du darfst fühlen – aber du musst nicht fallen.
Ich freue mich darauf, mit euch gemeinsam diesen inneren Anker auszuwerfen. Wir sehen uns auf der Matte!
Alles Liebe,
Eric