Hand aufs Herz: Wenn du das Wort „Disziplin“ hörst, was kommt dir als Erstes in den Sinn? Bei mir war das lange Zeit negativ besetzt. Ich habe dabei an Drill gedacht, an Verzicht, an Leute, die ihre 5-Uhr-morgens-Routine stolz vor sich her tragen, während ich lieber noch einmal die Decke über den Kopf gezogen hätte.
Aber nach all den Jahren, in denen ich jetzt den Mattenplatz führe und selbst regelmäßig auf der Matte stehe, hat sich meine Sicht komplett gedreht. Für mich ist Disziplin heute nichts anderes als die Art und Weise, wie ich mich selbst behandle.
Stell dir das mal so vor: Wenn du deinem besten Freund immer wieder Termine absagst, weil du gerade „keine Lust“ hast, wie lange bleibt der wohl dein Freund? Genau. Mit uns selbst machen wir das ständig. Wir lassen unsere Vorsätze schleifen, wir schieben die Dinge, die uns eigentlich gut tun, auf den nächsten Tag.
Im Yoga nennen wir das Tapas – das innere Feuer. Und Disziplin ist der Brennstoff dafür. Es geht nicht darum, sich zu quälen, bis der Muskel brennt oder man völlig erschöpft ist. Es geht um die kleine, ehrliche Entscheidung, sich jeden Tag wieder neu für sich selbst zu entscheiden. Auch an den Tagen, an denen der innere Schweinehund den ganzen Raum einnimmt.
Im Juni will ich mit euch genau da hinsehen. Wir suchen im Mattenplatz nicht nach dem „perfekten“ Yoga, sondern nach dem, was uns wirklich nährt. Welche Routine tut dir gut? Wann fühlst du dich bei dir? Lass uns im Juni gemeinsam üben, uns selbst zu führen, anstatt uns von unseren Stimmungen durch den Hamburger Alltag jagen zu lassen.
Denn am Ende ist das die größte Freiheit: Zu wissen, dass man auf sich selbst zählen kann.
Dein Eric